Essay · Kurzfassung

Regenerative soziale Skulptur

Kann Kunst mehr, als die ökologische Krise sichtbar zu machen? Dieser Essay beschreibt Kunst, die die Stadt heilt: für Wildbienen und für die Menschen, die dort leben.

Hans Kalliwoda·3 Min. Lesezeit·Original lesen (Englisch)
Detail eines BeeTotems: Nistblock, blühende Pflanzen und eine hölzerne Biene
Nistblock und Bepflanzung eines BeeTotems

Viele Kunstwerke über Klima und Biodiversität zeigen auf das Problem. Diese Arbeit geht weiter: Sie greift ein. Seit dreißig Jahren, auf verschiedenen Kontinenten, kehrt dieselbe Frage wieder. Kann Kunst helfen, die lebenden Systeme wiederherzustellen, von denen wir abhängig sind, und zugleich die Bande zwischen den Menschen stärken?

Von der Wildnis zur Stadt

Die ersten Projekte spielten sich an abgelegenen Orten ab, wo die Spannung zwischen Natur und Gesellschaft am deutlichsten zu sehen war. Nach und nach verlagerte sich die Arbeit in die Stadt. Das ist kein Zufall. Während Insekten, Vögel und Pflanzen aus dem Agrarland verschwinden, wird die Stadt zu einem unerwarteten Zufluchtsort. Mit all ihrer Betriebsamkeit und ihren Gegensätzen ist sie zu einem ökologischen Labor geworden.

Skulptur, Lebensraum und Treffpunkt

In RefuBees kommt das zusammen. Ein BeeTotem ist zugleich Bildhauerwerk, Nistplatz, Nahrungsquelle und Ort der Nachbarschaft. Jeder Totem ist für eine einzige Wildbienenart gemacht, mit den Nistplätzen, dem Mikroklima und den heimischen Pflanzen, die sie braucht. Keine allgemeine Bienenfreundlichkeit, sondern Präzision: gestützt auf Untersuchungen dazu, welche Arten wo vorkommen, und auf die niederländische Norm Basiskwaliteit Natuur.

Rund um den Totem entsteht etwas Soziales. Nachbarn, die sich sonst nie begegnen würden, sorgen gemeinsam für den Totem und die Pflanzen. In Neubauvierteln erwies sich ein Totem schnell als gemeinsamer Mittelpunkt. Und die Biene erhält eine alte Rolle zurück: In vielen Kulturen war sie eine Botin zwischen den Welten. Jetzt zeigt sie, wie es um die Stadt steht.

Ein Schritt weiter

Die Idee der sozialen Skulptur ging davon aus, dass man die Gesellschaft formen kann wie ein Kunstwerk. Regenerative soziale Skulptur geht einen Schritt weiter: die Stadt ökologisch umzugestalten, mit der Kunst als Vermittlerin zwischen Arten, Wissen und Anwohnern. Nicht nur Bewusstsein, sondern messbare Erholung. Nicht ein zeitlich begrenztes Projekt, sondern dauerhafte Fürsorge im Viertel.

So wird Kunst zu einer Form ökologischer Diplomatie. Sie übersetzt wissenschaftliche Dringlichkeit in etwas, das Menschen gemeinsam tun können, an der Grenze zwischen Verfall und Erholung.

Kernpunkte

  • Kunst, die nicht nur abbildet, sondern heilt: Nistplätze, Nahrung und messbare Wirkung.
  • Die Stadt als Zufluchtsort für Arten, die aus dem Agrarland verschwinden.
  • Jeder BeeTotem ist für eine Wildbienenart und ihre Pflanzen gemacht.
  • Gemeinsame Fürsorge verbindet Nachbarn über Unterschiede in Alter und Herkunft hinweg.
  • Vom zeitlich begrenzten Kunstprojekt zu dauerhafter Fürsorge im Viertel.

Quelle: H. Kalliwoda, Regenerative Social Sculpture. The oeuvre of Hans Kalliwoda in an age of ecological thresholds. Essay, englischsprachig.

Vom Lesen zum Pflanzen.

Suchen Sie die Biene, die zu Ihrem Viertel gehört, und pflanzen Sie ihre Blumen.