Im Rahmen seines Doktoratsstudiums initiierte und organisierte Hans Kalliwoda ein Symposium mit dem Titel ‚Die Innenstadt als Naturschutzgebiet‘. Dieses avantgardistische und visionäre Symposium brachte Akademiker und Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen. Überraschenderweise, und wissenschaftlich belegt, erweisen sich städtische Umgebungen als günstiger für Bienen als ländliche Gebiete. Diese kontraintuitive Tatsache lässt sich darauf zurückführen, dass städtische Gebiete für Bienen einen Zufluchtsort inmitten von Herausforderungen wie verschmutztem Wasser, Pestizideinsatz, Monokulturen und Lebensraumzerstörung darstellen.
Bienen, die einst auf dem Lande reichlich vorhanden waren, sind aufgrund dieser widrigen Umstände gezwungen, in den Städten Zuflucht zu suchen. Im Jahr 2014 befasste sich das BeeCare-Symposium „Die Innenstadt als Naturschutzgebiet“ ganzheitlich mit diesem Thema. Ein interdisziplinäres Team aus Ökologen, Soziologen und Politikexperten stellte sich der Herausforderung, die verschiedenen Wildbienenarten vor dem Aussterben zu bewahren. Die wichtigste Erkenntnis bestand darin, diese Bienen als Flüchtlinge zu betrachten, die Nahrung und Schutz brauchen – ein Konzept, das als RefuBee bezeichnet wird. Dieser Perspektivenwechsel ist für ihre Arterhaltung von entscheidender Bedeutung.
Foto: mit Jolanda Maas (VU), Tetje Falentijn (Landschap Noordholland), Jeroen v.d. Sluijs (Universität Utrecht) und Johnas v. Lammeren PvdD (Amsterdam Partei für Tierrechte)
